Montag, 13. Juli 2015

Panda-Augen olé olé?!?

Nivea lädt zum Testen ein, ich bin dabei und muss sagen, ich war sehr neugierig auf das Produkt:
Nivea In-Dusch Waschcreme & Make-up Entferner für Gesicht und Augenpartie

Ich kenne ja bereits die In-Dusch Bodylotion, aber ein Make-up Entferner, den man unter der Dusche anwenden kann, das kannte ich bis dato nicht und klingt ja irgendwie echt praktisch. Außerdem sollen die Panda-Augen verschwinden. Jippie.

Wie es mir aber im Praxistest gefallen hat und was natürlich auch die Inhaltsstoffe sagen, lest mehr:


Preis

In-Dusch Waschcreme & Make-up Entferner (150ml) kostet 3,99€. Es ist aber sehr ergiebig, so dass der Preis vertretbar ist.

Herstellerversprechen
  • die einfache Art der Gesichtsreinigung für sofort gereinigte, von Make-up befreite Haut nach dem Duschen
  • reinigt besonders mild
  • entfernt sanft Make-up und sogar Mascara – ohne Wattepad
  • ist besonders für die sensible Augenpartie geeignet und schützt die Wimpern
  • pflegt zart und erhält die natürliche Feuchtigkeitsbalance der Haut
  • für gesund aussehende Haut (das finde ich jetzt eine wirklich seltsame Aussage…aber ok…)
  • Die Waschcreme ist parfümfrei und verleiht ein zart gereinigtes Hautgefühl

Einige dieser Punkte treffen bei mir leider gar nicht zu, aber dazu nachher mehr.

Die Inhaltsstoffe – jetzt geht es ans Eingemachte
wirklich prickelnd sind die laut codecheck.info nicht…
grünes Licht und damit empfehlenswert geht an 7 InhaltsstoffeAqua,Glycerin, Panthenol, Prunus Amygdalus Dulcis Oil, Xanthan Gum, Phenoxyethanol, Cetearyl Alcohol
gelbes Licht und damit eingeschränkt empfehlenswert geht an 2 Inhaltsstoffe
Isododecane: ein Lipid, nicht für Naturkosmetik geeignet, meist aus billigem Erdöl hergestellt sind diese Stoffe ein Ersatz für hochwertige pflanzliche Öle.

Methylparaben: Konservierungsmittel, das Bakterien und Schimmelpilze abtötet, die über Hautkontakt in Cremes geraten und sich darin leicht vermehren. http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-07/kometika-chemikalien-hormone verrät dann weiter: „Die EU ordnet Methylparaben in einer Prioritätenliste des Chemikalienrechts in die Kategorie 1 ein. Das heißt, dass die hormonelle Wirkung bereits in Tierversuchen nachgewiesen wurde. Verboten ist der Einsatz nicht, Methylparabene dürfen maximal zu 0,4 Prozent in Kosmetika enthalten sein.“ 
Und das finde ich mehr als erschreckend!!!
orangenes Licht und damit weniger empfehlenswert geht an
Sodium Polyacrylate


rotes Licht und damit nicht empfehlenswert geht an
: 

Poloxamer 124, PEG-basiert, umweltrelevanter Stoff. PEG/PEG-Derivate verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett. Diese Stoffe können die Haut durchlässiger machen und Schadstoffe in den Körper einschleusen. Filmbildner, Weichmacher; für Naturkosmetika nicht geeignet.

Außerdem warnt Greenpeace, dass Palmitat und Cetearyl Alcohol Palmöl enthalten kann.
Bei diesen Inhaltsstoffen habe ich direkt bei Nivea angerufen
Konkret waren es die Fragen: Palmitat und Cetearyl Alcohol enthält es Palmöl und wenn ja, wo kommt es her. Außerdem eine Stellungnahme zu Methylparaben. Denn wenn bei Tieren eine hormonelle Wirkung nachzuweisen ist, wird es beim Menschen ja auch so sein. 
Folgende (seeeehr lange) Stellungnahme habe ich zu Methylparaben erhalten:

"(...)
Ohne Konservierungsstoffe wäre das Verfallsdatum vieler Produkte nach dem Öffnen schnell erreicht. (...) Parabene verhindern, dass Kosmetikprodukte verderben, indem sie die Bakterien und Pilze abtöten. Und das gibt dem Verbraucher Sicherheit. Durch die Verwendung von Parabenen kann Beiersdorf gewährleisten, dass die Qualität seiner Produkte über einen langen Zeitraum erhalten bleibt.
Parabene(...) sind besonders wirkungsvolle Konservierungsstoffe, die gleichzeitig sehr gut verträglich sind. Deshalb werden sie weltweit auch am häufigsten eingesetzt (...) auch in Haushaltsprodukten, Arznei- und Lebensmitteln. Und das seit mehr als 80 Jahren. 
--> kleine Anmerkung meinerseits, die ich mir hier einfach nicht verkneifen kann, nur weil es seit 80 Jahren verwendet wird, hat das doch nichts zu sagen... Früher wusste man auch nicht, dass Kinder unter 4 Jahren keinen Honig essen sollen. Und nur weil man es ewig gemacht hat, einfach so weitermachen?!?!?
Beiersdorf verwendet Parabene in etwa 30 Prozent seiner Produkte (...) Parabene werden wie alle Inhaltsstoffe bei Beiersdorf nur da verwendet, wo sie sinnvoll sind. (...)
Immer wieder stehen Parabene in der Kritik (...) Die Vorwürfe: Parabene würden sich im menschlichen Körper ablagern, das Hormonsystem stören, Krebs verursachen und die Fähigkeit zur Fortpflanzung einschränken. Diese Befürchtungen haben sich jedoch als unbegründet erwiesen. Die Europäische Kommission und ihre wissenschaftlichen Beratungsgremien sowie die unabhängige US-amerikanische Bewertungskommission Cosmetic Ingredient Review (CIR) (klingt zwar toll, aber diesen Gremien schenke ich nicht allzu großes Vertrauen. Ich sage nur Stichwort Lobbyismus) haben die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Parabenen wiederholt bestätigt. (...)
Auch wenn Beiersdorf Parabene ganz bewusst einsetzt, geben wir Verbrauchern auch die Möglichkeit, parabenfreie Produkte zu kaufen. Denn als informierte Käufer sollen sie selbst entscheiden, welches Produkt für sie am besten ist.


Letzter Satz ist für mich am wichtigsten. in diesem Fall entscheide ich mich dann gegen das Produkt. 

Denn klar sind Konservierungsstoffe wichtig, aber in der Naturkosmetik setzt man doch auch Konservierungsstoffe ein, die nicht im Verdacht stehen hormonell zu wirken. Da könnte Nivea, meiner Meinung nach, einen Meilenstein setzen. 
Und anstatt lange Antworten und Rechtfertigungen zu schicken und darauf zu verweisen, dass es nicht belegt ist etc. Wenn doch der Verdacht besteht und die Verbraucher eher vorsichtig geworden sind und vielleicht auch ängstlich und besorgt, warum dann nicht einfach einen anderen Stoff einsetzen? Gut vielleicht ist der dann teurer, aber lieber bezahle ich 10 Cent mehr und kann dann das Produkt ohne Sorgen auftragen. 
Zum Palmöl 
Neben dem Engagement im Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO) engagiert sich das Unternehmen ebenfalls im neugegründeten Forum für nachhaltiges Palmöl (FONAP) und setzt sich für eine Weiterentwicklung der bestehenden Zertifizierungskriterien ein (...) Hier wurde, wie ich finde, um den heißen Brei geredet, denn ich wollte wissen, wo das Palmöl herkommt und nicht wo sich Nivea engagiert. Schade.
Tierversuche (da habe ich zwar nicht danach gefragt, aber vorsichtshalber haben sie das wohl direkt mitgeschickt)

Tierversuche sind ein emotionales Thema und für Kosmetik- und Hautpflegeprodukte in der EU seit langem verboten. Auch Beiersdorf führt selbstverständlich keine Tierversuche durch. (...) Grundsätzlich sind Tierversuche für den Nachweis von Sicherheit und Wirksamkeit von Endprodukten auch nicht erforderlich.
Im März 2013 ist die nächste Stufe des europäischen Tierversuchsverbots in Kraft getreten: Von diesem Zeitpunkt an dürfen keine kosmetischen Produkte mehr in der EU verkauft werden, deren Inhaltsstoffe (nach März 2013) zum Zweck der Erfüllung der Kosmetikverordnung an Tieren getestet wurden, um die Sicherheitsdaten zu erhalten.
Das geltende Chemikalienrecht verlangt zahlreiche Unterlagen für die Bewertung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit. Diese Bewertung muss für jeden neuen Rohstoff einmal durchgeführt werden. Es gibt allerdings bis heute nicht für alle vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Fragestellungen Ersatzmethoden, d.h. solche Methoden, die ohne den Einsatz von Versuchstieren verlässliche Ergebnisse liefern. (...) Diese Untersuchungen sind für alle Stoffe erforderlich, unabhängig davon, ob sie als kosmetische Rohstoffe verwendet werden oder nicht und werden in der Regel von den Rohstoffherstellern durchgeführt.

Auch interessant.Tierversuche sind verboten aber für jeden neuen Rohstoff muss der Tierversuch einmal durchgeführt werden?!?!?! Na herzlichen Glückwunsch. Was sind denn das für Gesetze? Nivea führt die Tierversuche also nicht selbst durch, sondern die Rohstoffhersteller? In welcher kranken Welt leben wir eigentlich?

Also glücklich bin ich hierüber ganz und gar nicht. 
Die innovative Technologie

„Die neuen in-Dusch Produkte von Nivea wurden speziell auf die empfindliche Gesichtshaut abgestimmt und basieren auf einer innovativen Technologie.
Die Formel-Technologie ermöglicht die Kombination von zwei verschiedenen Gelen: dem wasserbasierten Hydro-Gel und dem ölbasierten Oleo-Gel. 

Duft

Ja hier vermisse ich den typischen Niveaduft, denn die Waschcreme riecht nach…hmmmm… gar nichts?! Ok, es ist ja auch kein Parfüm enthalten. Dennoch war ich irgendwie enttäuscht. Klar ist der neutrale Duft nicht verkehrt, aber bei Nivea erwarte ich, den typischen Nivea-Duft, in den ich mich reinlegen könnte.

Auftragen und Hautgefühl

Nun wird es ernst.Wie wird das ganze angewendet?



  • Einmassieren: Gib unter der Dusche etwas IDW auf deine Finger. Verteile es anschließend mit kreisenden Bewegungen auf die noch trockene Augenpartie und dein Gesicht.
  • Abduschen: Dusche dein Gesicht mit reichlich lauwarmen Wasser ab.
  • Make-up entfernt: Du kannst dich abtrocknen, ohne mit einem Wattepad nachzuwischen.

Aber da kommt auch schon der Tipp, der einige Versprechen widerlegt:
Logischerweise soll wasserfeste Mascara nicht verlaufen, wenn sie nass wird. Daher ist es meist etwas hartnäckiger zu entfernen, auch unter der Dusche. Bei Bedarf kannst du aber einfach ein Schwämmchen oder ein Wattepad beim Abschminken zu Hilfe nehmen und sanft über die Augenpartie kreisen.

Wir erinnern uns an das Herstellerversprechen: „entfernt sanft Make-up und sogar Mascara – ohne Wattepad.“ In diesem Fall finde ich, ist das, ein irreführendes Versprechen. 
Es gibt nur wenige Damen, zumindest in meinem Bekanntenkreis, die keine wasserfeste Mascara verwenden. Es gibt auch nur sehr wenige nicht wasserfeste Mascara zu kaufen, da am Auge wasserfest einfach von Vorteil ist. 
Nivea sagt also erst entfernt Mascara ohne Wattepad, aber dann wird es doch irgendwie eingeschränkt, dass man bei Bedarf ein Schwämmchen oder Wattepad braucht. 
Na super. Selten habe ich ein Wattepad oder ein Schwämmchen in der Dusche, ich weiß nicht, wie es euch da geht. Aber ok, vielleicht bin ich da auch einfach nur sehr streng. Aber wenn man mir verspricht, ohne Wattepad, dann gehe ich auch davon aus, dass ich keines brauch, sonst kann ich mich ja ganz gewöhnlich abschminken. Grrrrrrr... 
Man muss übrigens nicht extra duschen um das Produkt anzuwenden, es geht natürlich auch über dem Waschbecken bei der normalen Gesichtsreinigung. (Es gibt ja auch Menschen, die morgens duschen. Und Make-up und Mascara über Nacht darauf zu lassen, ist gar nicht gut für unsere Haut.)
Bereit zum Test habe ich extra einen kleinen Spiegel mit in die Dusche genommen und mich ausnahmsweise mal vor dem Duschen geschminkt, was ich sonst natürlich nicht mache. Mein Hauptaugenmerk lag auf der Mascara am Auge (ich schminke mich wenn auch immer sehr dezent, nichts dramatisches).
Ok, wichtig ist auch, dass die Waschcreme auf der trockenen Haut (!!!!) angewendet werden muss. Allso muss ich das in der Dusche bevor ich dusche machen. Das widerspricht, wie ich finde, dem In-Dusch-Prinzip. Das erste Mal, voller Übereifer, habe ich es auch nasser Haut probiert, was ziemlich schief gelaufen ist, da dann kaum etwas runter geht. Also die Waschcreme wird auf dem trockenen Gesicht in kreisenden Bewegungen verteilt, in diesem Fall vor dem Spiegel um alles genau zu beobachten. 
Um die Augenpartie herum musste ich schon sehr „rubbeln“ um die Mascara zu entfernen. Also sonderlich sanft ist das nicht wirklich, wie der Hersteller uns verspricht. 
Wenn ich dann extra noch einen Schwamm dazu nehmen muss, kann ich gleich beim herkömmlichen Abschminken bleiben. Der Aufwand ist dann wirklich der Gleiche und es ist dann auch keine Zeitersparnis mehr. 
Wenn das Make-up sehr hartnäckig ist (wobei ich das Wort hartnäckig in diesem Zusammenhang auch sehr amüsant finde) muss man das Ganze dann wiederholen. Dann ist die Zeitersparnis dahin. Außerdem muss man ja im Gesicht kreisend schon etwas rubbeln, das dauert dann doch auch ein Weilchen. Die Augen fangen dann auch an zu brennen, was ich äußerst unangenehm finde.

Gut, Augen zu und durch, im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach dem „Einrubbeln“ habe ich mein Gesicht mit warmem Wasser abgeduscht und das Ergebnis hat mich enttäuscht. Ich bin mit einem Tuch über die Augen, da war schwarz und da waren auch kleine Panda Augen im Spiegel zu erkennen. Von dem angepriesenen „Panda Augen Ade - olé olé“ (mein eigens gestalteter Werbeslogan) ist nicht viel übrig, bzw. doch es ist etwas übrig: schwarze Ränder unter den Augen von Mascara-Resten. Ich habe mir  mehr versprochen und wurde da doch enttäuscht. Große Lust das Ganze dann nochmal mit Schwämmchen oder Wattepad auszuprobieren hat man auch nicht, denn die versprochene Wirkung ist leider nicht eingetroffen. Schade.
Verträglichkeit

Ja, ich weiß nicht ob es am „Rubbeln“ lag, aber das Brennen sprach schon nicht wirklich für eine gute Verträglichkeit. Brennen am Auge ist (bei mir) auch immer mit einer kleinen Angst verbunden.
Hinzu kommt, dass meine (wohl) empfindliche Augenpartie spannte und ein extremes Feuchtigkeitsbedürfnis hatte. Wenn ein Produkt explizit für die Augenpartie geeignet sein soll, augenärztlich getestet wurde, besonders für die sensible Augenpartie geeignet und besonders mild sein soll, dann verstehe ich nicht, warum es bei mir brennt und die Haut danach so trocken ist. 

Fazit

Das Herstellerversprechen hat sich bei mir nicht bestätigt. Außerdem scheint meine Augenpartie das Produkt nicht zu vertragen. Panda Augen Ade? Naja sagen wir die großen Panda Augen sind zu kleinen Äuglein geworden. Immerhin. 

Von den Inhaltsstoffen bin ich gar nicht begeistert.
Nivea müsste, meiner Meinung nach, definitiv an den Inhaltsstoffen und der Wirkung bei wasserfester Mascara arbeiten. So wie das Produkt momentan ist, kann ich leider keine Kaufempfehlung aussprechen. Schade, da ich eigentlich ein echter Nivea-Fan bin. Vielleicht überrascht mich ja Nivea doch noch einmal?


#Pandaaugen #rubbelnohneEnde #WattepadinderDusche???

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